AKTUELLES

RECOVERY FÜR ANGEHÖRIGE

Workshopreihe für Angehörige 2026

TRIALOG

Gemischte Gesprächsgruppe 2025

Basisfortbildung OFFENER DIALOG 2027/2028 in Wien!

ANGEBOTE

Konfliktbegleitung und Mediation

Moderation von Team- und Gruppenprozessen

Coaching im Einzelsetting

Gewaltfreie Kommunikation

Gewaltfreie Kommunikation

Einführungsseminare 

THEMEN

  • Hintergrund/Entwicklung
  • das Modell der Gewaltfreien Kommunikation – die vier Schritte
  • Beobachten ohne zu bewerten
  • Gefühle ausdrücken
  • Bedürfnisse benennen
  • Bitten formulieren
  • Kommunikationssperren erkennen und vermeiden
  • Hören und gehört werden
  • Verantwortung für meine Gefühle übernehmen
  • Keine Verantwortung tragen für die Gefühle anderer   

 Vertiefungsseminare 

THEMEN

  • Selbstempathie zuerst
  • Empathisch zuhören
  • Ärger verwandeln durch Selbstklärung oder kraftvolles Ausdrücken
  • Macht mit statt Macht über
  • Gewaltfrei unterbrechen
  • Nein sagen und hören
  • Eigene Anliegen beachten und in den Mittelpunkt stellen
  • Dankbarkeit und Bedauern ausdrücken

Übungsabende

Eine schrittweise, vertiefte Einführung in die Gewaltfreie Kommunikation mit viel Raum zum Üben und zur Arbeit an persönlichen Themen.

Ein Abend gliedert sich in drei Teile: kurzer Input zu einem Schwerpunktthema, themenspezifisches Üben und viel Raum für alles, was mitgebracht wurde und interessiert.

Schlüsselbegriffe

Empathie

Empathie erfordert Präsenz. Ich folge dem/der anderen statt zu führen und nehme eine Haltung des Fragens ein und nicht des Besserwissens . Meine Aufmerksamkeit liegt auf Gefühlen und Bedürfnissen und nicht auf Analysen und Bewertungen. Ich bin in Gedanken nicht „zu Hause“, sondern beim anderen.

„… eine Gesprächspartnerin bzw. ein Gesprächspartner, die oder der empathisch im Sinne Rogers‘ist, kann sich gefühlsmäßig in die Lage des Gegenübers versetzen, ohne jemals zu vergessen, dass die eigene Gefühlswelt eine andere ist, ja sogar sein muss und nicht mit der des Gegenübers verwechselt oder vermischt wird …“[6]

Ohne Selbstempathie ist keine Empathie möglich. Also „ich zuerst“ ist das Motto. Das ist kein Aufruf zum Egoismus, berücksichtigt die Tatsache, dass wir außerstande sind anderen Gehör zu schenken, wenn uns unsere eigenen Gefühle überwältigen.

[6] Rogers, 2006, S. 277f; zit. n. Poppa, 2009: S. 67

Respekt 

Der Begriff Respekt wird vielfach verwendet. Jemand, der sagt, er hat Respekt vor dem Chef, meint vielleicht Angst. Ich kann tun was jemand von mir verlangt aus Gehorsam, gegen meine eigene Überzeugung oder ich wähle zu tun, was diese Person sagt, weil ich Ihre Autorität, das Wissen und die Kompetenz respektiere.

Mit Martin Buber wäre Respekt als eine Art Atmosphäre „zwischen“ Eigenem und Fremden zu beschreiben.

Es gibt den respektvollen Umgang der Menschen miteinander im Sinne von Achtung des Gegenüber. Hierfür ist weiter nichts nötig, als dass man einander als gleichwertige Menschen betrachtet. Es geht also um die Achtung und Anerkennung des Gegenüber.

Das Wunsch nach Respekt ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Jeder Mensch sehnt sich danach, wahr-genommen, an-gesehen, an-erkannt zu werden. Es reicht uns nicht, dass wir als anwesend wahrgenommen werden, wir erwarten auch, dass uns eine Bedeutung zukommt in unserer Rolle als Partner, Familienmitglied, Arbeitskollegin, Vereinsmitglied, Nachbar, Mitschülerin…  Diese Bedeutung scheint wichtig für uns Menschen als soziale Wesen zu sein.

Manche Menschen fragen sich vielleicht, ob es möglich ist, sich den Respekt anderer Menschen zu verdienen oder zu erkämpfen. Sie fühlen sich des öfteren respektlos behandelt und wünschen sich einfach mehr Respekt für ihre Person. Respekt ist etwas wie Liebe. Man bekommt Respekt geschenkt. Man kann ihn sich nicht verdienen wie einen Lohn, so wie man sich Liebe nicht wie einen Lohn verdienen kann.

Wer respektiert werden will, muss selbst respektieren können. An erster Stelle muss ich mich selbst respektieren können. Dort wo ich Respekt erfahren möchte, muss ich mit Respekt entgegen kommen. Wichtig dabei: Ich darf nicht nur so tun, ich muss es auch fühlen können. Respekt erzeugt Respekt. Respekt nährt Respekt.

Verantwortung und Freiheit von Verantwortung

  • Ich bin dafür verantwortlich und habe Einfluss darauf wie ich was höre
  • Ich bin dafür verantwortlich was ich sage, ausdrücke, tue
  • Ich bin nicht verantwortlich für die Reaktion anderer darauf
  • Ich bin verantwortlich für meine Reaktion auf deren Reaktion 

Im Verlauf unserer Entwicklung  hin zu emotionaler Verantwortlichkeit durchlaufen
die meisten von uns drei Stadien.

  1. Emotionale Sklaverei:
    hier glauben wir für die Gefühle anderer verantwortlich zu sein.
  2. Das rebellische Stadium:
    wo wir jegliche Rücksichtnahme auf das, was andere fühlen oder brauchen, ablehnen
  3. Emotionale Befreiung:
    wir übernehmen die volle Verantwortung für unsere eigenen Gefühle, aber nicht für die Gefühle anderer Menschen. Dabei ist uns bewusst, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse niemals auf Kosten anderer erfüllen können.[7]

[7] Rosenberg, Gewaltfreie Kommunikation, S. 81